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Wer sich nicht ändert, geht unter

Erstellt von: Manuel Garcia Rubio

13. März 2020

Ob nächster Flug, passende Zugverbindung oder günstiges Hotelzimmer – wer heute
mal eben etwas auf die Schnelle bucht, kommt am Smartphone nicht vorbei: Oh, du wunderbare Welt der kleinen, nützlichen Applikationen. WhatsApp, Instagram und
Co. sind allgegenwärtig – und aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken.

Und die nächste digitale Revolution steht vor der Tür.

In besonders innovativen
Bereichen unserer Gesellschaft hat sie bereits begonnen. Gemeint ist die
Individualisierung von automatisierten Prozessen, an der eine Menge
Arbeitsplätze hängen: vom 3D-Druck bis zur Kommunikation unter Maschinen, für
die es keine Menschen braucht.

Dochwie vorbereitet ist die Wirtschaftswelt eigentlich auf diese unaufhaltsame
Entwicklung?

„Viele Firmen sind nicht fit“

…behauptet Markus Baumanns
(53). Der promovierte Historiker und Unternehmer hat jetzt als Gastkommentator
in der „Hamburger Morgenpost“ erklärt, wie sich Chefs und Mitarbeiter
wandeln müssen, um nicht zu den Verlierern zu gehören. „Ändert euch, oder
ihr habt keine Zukunft“, schreibt ihnen der Mitautor von Ratgebern wie
„Kein Bullshit: Was Manager heute wirklich können müssen“ ins
Stammbuch.

Denn, so Baumanns, die Digitalisierung der Produktion hat Auswirkungen, die so revolutionär sind wie die Einführung der Massenanfertigung im Zeitalter der Industrialisierung.

Statt der Arbeiter am Fließband beherrschen durch
Algorithmen gesteuerte Roboter die Produktionsstätten. Digitale
Vertriebsplattformen beschleunigen die Erosion der bestehenden
Geschäftsmodelle: Die Marge liegt nicht mehr in der Produktion und dem Verkauf von Maschinen, sondern auf einer Plattform, die individuelle, auf die Kunden zugeschnittene Lösungen aus mehreren Zulieferern zusammensetzt. Die Maschine selbst wird zur austauschbaren Billigware mit hoher Kapitalbindung. Die Software dagegen zur skalierbaren, lukrativen Einmal-Investition.

„Was das für die Arbeitswelt bedeutet, ist offensichtlich“, so Baumanns: Sich
wiederholende Tätigkeiten wie Buchhaltung, Verkauf von Versicherungen,
Banküberweisungen oder das Aufsetzen von Standardverträgen werden durch Automatisierung und Algorithmen abgelöst. Schöne Grüße an all die Banken, Versicherungen und Anwaltskanzleien im Dienstleistungssektor…

In seinem Standpunkt zeigt sich der Experte aus Hamburg geradezu erschüttert, wie sehr die Organisation der Arbeitswelt den Entwicklungen hinterherhinkt:

Angesichts dieser Umwälzungen ist es erschreckend, dass sich die Art, wie wir Unternehmen organisieren und zusammenarbeiten, nicht ändert.

Wir packen Zuständigkeiten in Kästchen, die durch starre Berichtslinien von oben nach
unten verbunden sind – oben sticht unten. Der eigentlich so wichtige Dialog
unter Kollegen wird in eine Schattenwelt getrieben und treibt Stilblüten in
Form von Gerüchten über den hyperaktiven Flurfunk. Wenn einer geht, fragen wir, wer seine Stelle übernimmt – ohne zu fragen, ob wir die noch brauchen.“

An der Spitze des Organigramms throne der Chef. Bei ihm liefen alle Linien
zusammen. Hier entscheide und staue sich alles. „Wir arbeiten in
Abteilungen, die abteilen, statt Zusammenarbeit zu fördern“, moniert
Baumanns. „Während die Digitalisierung die Marktlogiken vom Kopf auf die Füße stellt, glauben wir allen Ernstes, wir könnten in unserem Arbeitsalltag so weitermachen wie bisher.“

Soweit, so gut: Doch wie stellt sich ab sofort am besten auf, wer weiter zu den Gewinnern gehören will?

„Es ist allerhöchste Zeit für mehr
Eigenverantwortung“, bringt es der 53-Jährige auf den Punkt. Wenn Chefs
und Mitarbeiter ihr Verhalten nicht schleunigst änderten, werde es für viele
Unternehmen kein Morgen mehr geben. In Zeiten derartiger Transformationen brauche man das Wissen aller im Unternehmen – und nicht die Besserwisserei der Chefs oder besonders Altklugen. „Jeder muss Mitverantwortung weit über sein Kästchen hinaus übernehmen“, sagt Baumanns. „Eigenverantwortung
heißt, dass ich als Mitarbeiter kein Problem ohne Lösungsvorschlag vorbringe.
Fehler zu machen, ist nicht das Problem, solange wir uns fragen, was wir daraus lernen können.

Es wird nicht mehr getrennt in Abteilungen gearbeitet, sondern in einem Team, das unterschiedliche Kompetenzen und Perspektiven zusammenbringt, um das Projekt zu bewältigen. Das Rezept heißt: Kluge Fragen stellen und gemeinsam konzentriert an den Antworten arbeiten, statt vorschnell mit untauglichen Patentrezepten um
die Ecke zu kommen. Man probiert mit den Kunden aus und verbessert sich
ständig.

In der Arbeitswelt von morgen schaffen gute Führungskräfte den Handlungsrahmen, in dem Eigenverantwortung und wirkungsvolle Zusammenarbeit möglich werden. Schluss mit den hastigen 15-minütigen Jahresgesprächen mit Mitarbeitern, in denen vorgefertigte Formulare ausgefüllt und abgehakt werden. Stattdessen laufend
lobendes und kritisches Feedback: „Was haben wir erreicht?“ –
„Was hast du persönlich dazu beigetragen?“ – „Was hat in unserer
Zusammenarbeit gut funktioniert?“ – „Was müssen wir verbessern?“
– „Was nimmst du dir vor?“ – „Was brauchst du, um diese Aufgabe
zu erledigen?“

Die Führungskraft der Zukunft gibt übergeordnete Ziele vor und Orientierung, überlässt den Mitarbeitern aber den Weg dorthin. Sie hört gut zu und ermuntert sie, eigene Ideen zu äußern und umzusetzen. Sie fordert Selbstdisziplin ein und trennt sich konsequent von Kollegen, die auch nach mehreren Anläufen nicht bereit sind, diese Verantwortung mitzutragen.

Unter dem Strich räumt Baumanns natürlich ein, dass
ein Führungsverständnis, das Eigenverantwortung stärkt und Verbindlichkeit ausstrahlt, nicht neu ist. „Neu ist, dass es unverzichtbar ist“, sagt er. „Nur so können wir einer Welt der verstärkten Unsicherheit mit der
nötigen Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und Geschwindigkeit begegnen.“
Jetzt komme es darauf an, Unerwartetes vorzudenken, Neues zu entwickeln und herauszufinden, „was uns zukunftsfähig macht“.

Bildquelle: Foto von Daria Shevtsova von Pexels

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